Waldstetten (Druckversion)
Autor: Frau Herkommer
Artikel vom 02.11.2015

Kirmes in Mengersgereuth-Hämmern

Beeindruckende Fortführung einer Tradition

Kirmes wird in unserer Gegend meist mit Rummelplatz in Verbindung gebracht. In Waldstettens Partnergemeinde Mengersgereuth-Hämmern hingegen ist es eine viertägige Veranstaltung, bei der vor allem die jungen Mitglieder des Kirmes- und Trachtenvereins zeigen, dass Tradition bei ihnen noch einen hohen Stellenwert hat. 

Los geht die "Kerwa" am Donnerstagabend mit dem Bieranstich durch Bürgermeister Jürgen Köpper in einem Gasthaus. Kredenzt werden dabei - wie auch an den weiteren Tagen - traditionelle Kirmesgerichte. Der Freitagnachmittag startet dann mit den "Ständelä" der Burschen mit einer kleinen Blaskapelle für die Planmädchen, also die unverheirateten jungen Frauen des Kirmes- und Trachtenvereins, die zugleich die Tanzpartnerinnen der Burschen sind. Abends gibt es dann im Rahmen einer Party in der Meng-Hämm-Arena eine erste Kostprobe der traditionellen Tänze. 
Am Samstagmorgen ziehen die junge Männer - wieder begleitet von der Blaskapelle - von Haus zu Haus, wo sie meist erfreut von den Bewohnern mit einer Spende erwartet werden. Jeder erhält daraufhin ein "Ständelä". Währenddessen stehen die jungen Damen in Tracht an mehreren Straßen und verlangen einen Wegzoll von der passierenden Autofahrern. Wer bezahlt, dem wird mit einem farbigen Band am Fahrzeug gedankt. Samstagabend ist erneut Party in der Meng-Hämm-Arena, wobei der Kirmestanz nun in Tracht aufgeführt und auch die Gäste involviert werden.

Sonntags sind dann die verheirateten Mitglieder des Kirmes- und Trachtenvereins im Ort unterwegs. Nach dem Mittagessen, zu dem die Burschen bei ihren Tanzpartnerinnen eingeladen sind, geht's in einer Prozession zur evangelischen Kirche, in der die Andacht der Plangesellschaft, wie die Burschen und Mädchen genannt werden, stattfindet. Diesmal dabei sind auch die jüngsten Mitglieder, die anschließend im Rahmen der Kinderkirmes ihre Tänze vorführen. Es folgen der Plantanz und der Kirmesspruch des Stützenträgers (er führt die Plangesellschaft beim Einmarsch mit Gießkanne und Fahne an), der etwas zynisch in Reimform auf das zurückliegende Jahr in der Gemeinde blickt sowie über jeden einzelnen Tänzer und seine Partnerin etwas zu berichten weiß. Mit der traditionellen Beerdigung am Abend endet die Kerwa.

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