Waldstetter Weihnachtswünsche gehen ins 7. Jahr der Zusammenarbeit
Die eigene kleine Welt besser machen angesichts der Hilflosigkeit des Weltgeschehens
59 Wunschkarten durfte Quartiersmanagerin Anneliese Iser am Mittwoch an die Geschäftsleitung der Waldstetter Firma PTS-Prüftechnik übergeben. „Wir haben jedoch noch nicht alle ausgegebenen Wunschkarten zurückerhalten“, betont sie. Auch Rathausmitarbeiter sowie Bürger der Gemeinde hätten den Wunsch an sie herangetragen, Wünsche erfüllen zu dürfen. Seit ihrer Tätigkeit im Gemeindegebiet habe sie viele Schicksalsschläge kennengelernt und weiß um die Scham der Menschen, dieses kleine Geschenk anzunehmen. „In den vergangenen sieben Jahren waren wir immer wieder sprachlos, was auf den Karten eingetragen war“, sinniert Rathausmitarbeiterin Betha Abele, die von der ersten Stunde an in das Projekt involviert war. „Da waren beispielsweise Schuhe und Winterkleidung notiert, aber auch Pralinen.“ Herzzerreißend seien zahleiche Geschenkausgaben gewesen. Auch deshalb, weil mittlerweile nicht nur die Personen für sich oder ihre Kinder einen Wunsch äußern, sondern auch jemand einen anderen Menschen glücklich machen möchte, der sich nicht traut, selbst eine Karte zu holen, obwohl das Budget ein Geschenk nicht ermöglicht.
„Als wir mit der Idee unserer Belegschaft, Menschen mit einem kleineren Geldbeutel eine Freude zu Weihnachten zu bereiten, auf die Gemeinde zugegangen sind, war die Wirtschaft noch offen und aufstrebend. Die Welt hatte ein Miteinander. Jetzt ist vieles im Umbruch, es herrscht eine Dynamik“, blickt Johannes Schwelberger, Prokurist der PTS-Prüftechnik, zurück. Dadurch, dass ihre Firma in der Vorentwicklung der Automobilindustrie tätig ist, seien sie von der wirtschaftlichen Lage nicht so betroffen. Was wiederum dem sehr guten Team über alle Mitarbeiter hinweg ermöglicht, der Gesellschaft etwas durch die Waldstetter Weihnachtswünsche zurückzugeben. „Die Gemeinschaft und das Miteinander rücken in den Mittelpunkt“, betont Dr. Matthias Schwelberger, der ebenfalls als Prokurist bei der PTS-Prüftechnik tätig ist, und ergänzt: „Die Herausforderungen werden nicht weniger, sondern anders. Die Menschen sind in Umständen, für die sie nichts können. Wir sind dankbar, dort helfen zu können.“
Bei den Waldstetter Weihnachtswünschen seien Menschen mit einem großen Herz involviert, die die Nächstenliebe ernstnehmen, dankt Schultes Michael Rembold den Gebrüdern Schwelberger und deren Mitarbeiterin Michaela Lämmerhirt, die das Projekt angestoßen hat, nachdem die PTS-Mitarbeiter auf sie vor sieben Jahren zugekommen sind. Diese Art der Kooperation zwischen einem einheimischen Betrieb und einer Gemeindeverwaltung sei vermutlich einmalig. „Es ist keineswegs ein verflixtes siebtes Jahr, sondern schon ein Selbstläufer“, freut sich Lämmerhirt, dass alle Hierarchien und Altersgruppen in ihrer Firma stets einen Wunsch realisieren möchten. „Es bietet die Möglichkeit, die eigene kleine Welt besser zu machen, angesichts der Hilflosigkeit des Weltgeschehens.“


