Neues aus dem Rathaus: Waldstetten

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Staatlich anerkannter
Erholungsort im Ostalbkreis
Staatlich anerkannter
Erholungsort im Ostalbkreis
Autor: Frau Herkommer
Artikel vom 17.03.2026

Mildes Wetter führt zum Start der Zeckensaison | Stand 17. März

Ostalbkreis ist Risikogebiet

Mit den zunehmend milden Temperaturen beginnt die Zeckensaison immer früher im Jahr. Außerdem führen mildere Winter dazu, dass Zecken nicht in die Winterstarre verfallen und Eier überleben, sodass im Frühjahr eine größere Zeckenpopulation vorliegen kann. Zecken sind weltweit verbreitete Parasiten, die sich vom Blut von Wirbeltieren ernähren. Sie werden bereits ab einer Temperatur von etwa sieben Grad Celsius aktiv. Anders als häufig angenommen, lassen sie sich nicht von Bäumen fallen. Stattdessen halten sie sich vor allem im hohen Gras, Gebüsch oder feuchtem Laub auf – meist in einer Höhe von etwa 30 bis 60 Zentimetern – und gelangen beim Vorbeistreifen auf Menschen oder Tiere.  

Zecken als Krankheitsüberträger
Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen, die zu unterschiedlichen Krankheitsbildern führen. Dazu gehören insbesondere:

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) | Die FSME ist eine Virusinfektion und kann zu Beginn Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen verursachen. Nach einer symptomfreien Phase kann es zu einem Befall des Nervensystems kommen. Hierbei können sich die Hirnhäute, das Gehirn und seltener das Rückenmark entzünden. In schweren Fällen kann es zu Sprach-, Schluck- oder Bewusstseinsstörungen und Lähmungen kommen und Folgeschäden sind möglich. Allerdings steht mit der Impfung ein wirksamer und sicherer Schutz gegen FSME zur Verfügung. Diese Impfung wird allen Menschen empfohlen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder dorthin verreisen. Vor allem Personen, die sich gerne in der freien Natur aufhalten oder arbeiten, ist die Impfung zu empfehlen. Impfstoffe sind sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ab einem Jahr verfügbar. Die Impfung kann vom Haus- oder Kinderarzt/-ärztin vorgenommen werden. Der Ostalbkreis gehört, wie fast alle Regionen in Süddeutschland, zu den vom Robert-Koch-Institut (RKI) ausgewiesenen FSME-Risikogebieten.  

Lyme-Borreliose | Eine Borreliose-Infektion kann sowohl innerhalb als auch außerhalb von FSME-Risikogebieten auftreten. In Europa handelt es sich um die am häufigsten durch Zecken übertragene Erkrankung. Durch die bakterielle Infektion können unterschiedliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit hervorgerufen werden. Außerdem können um die Einstichstelle und andere Körperstellen ringförmige Rötungen auftreten. Diese Wanderröte wird meist einige Tage bis Wochen später sichtbar. Im fortgeschrittenen Stadium können Symptome wie Gesichtslähmungen, Gelenkentzündungen, starke Schmerzen oder auch Hirnhautentzündungen auftreten. Borreliose kann mit einem Antibiotikum behandelt werden.

Tularämie (Hasenpest) | eine seltenere bakterielle Infektionskrankheit, die durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (hauptsächlich Feldhasen, Wildkaninchen und Nagetiere) oder durch Zecken übertragen werden kann. Typische Symptome sind plötzliches Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie ggf. Hautgeschwüre an der Einstichstelle. Auch bei dieser Erkrankung kann es zu schweren Verlaufsformen mit Hirnhautentzündung oder Multiorganversagen kommen. Durch eine rechtzeitige Diagnose und der Einnahme eines Antibiotikums ist die Tularämie in der Regel gut behandelbar.

Schutz vor Zeckenstichen
Durch einfache Maßnahmen lässt sich das Risiko eines Zeckenstichs deutlich reduzieren. Bei Spaziergängen ist es wichtig, auf festen Wegen zu bleiben und Unterholz, hohes Gras und Kontakt zu bodennahen Pflanzen zu vermeiden. In Zeckengebieten wie im Gras, Gebüsch oder Unterholz sollten zudem feste Schuhe getragen werden. Durch helle Kleidung, die den Körper weitestgehend bedeckt, können Zecken schneller gefunden werden. Nach dem Aufenthalt in der Natur ist es wichtig, den Körper sorgfältig nach Zecken abzusuchen. Zecken bevorzugen warme und gut durchblutete Körperstellen, dazu zählen Kopf, Hals, Achselhöhlen, Kniekehlen und der Leistenbereich. Zusätzlich können insektenabweisende Mittel (z.B. Mückensprays) verwendet werden.

Was tun beim Stich einer Zecke?
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Zeckenstiche nicht immer vermeiden. Wichtig ist, die Zecke möglichst schnell zu entfernen. Verwenden sollte man dafür eine Pinzette oder ein Zeckenentfernungsinstrument (z.B. eine Zeckenkarte oder Zeckenzange). Dabei ist wichtig, dass die Zecke so nah wie möglich am Kopfbereich gefasst wird. Die Zecke darf niemals am vollgesogenen Körper gefasst werden! Sie sollte vorsichtig mit gleichmäßigem Zug herausgezogen und nicht gequetscht werden. Durch eine Quetschung könnten Krankheitserreger durch infizierten Speichel übertragen werden. Nachdem die Zecke entfernt wurde, ist es ratsam, die Wunde zu desinfizieren. Es empfiehlt sich, die Einstichstelle regelmäßig zu beobachten, um die eventuelle Ausbildung eines roten Infektionsrings (Wanderröte) in der Haut besser verfolgen zu können. Bei Symptomen wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit oder Wanderröte muss unbedingt ein Arzt/eine Ärztin kontaktiert werden.

Weitere Informationen rund um das Thema Zecken gibt es beim Robert-Koch-Insitut  | bei Gesundheitsinformation.de | auf Zecken.de. Zudem steht das Gesundheitsamt des Landratsamts Ostalbkreis bei Fragen zur Verfügung.