Preisübergabe des Blumenschmuckwettbewerbs sowie Sonderehrung für Wolfgang Stempfle beim Herbstfest des Obst- und Gartenbauvereins Waldstetten am 12. Oktober 2025 in der Stuifenhalle
Schottergärten erfreuen weder die Natur noch das Herz
„Waldstetten ist eine blühende Gemeinde – auch im Jubiläumsjahr“, begrüßte Martin Mager, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, die Besucher von dessen Herbstfest in der Stuifenhalle. Sowohl die Blumen und Sträucher in den Gärten als auch der Blumenschmuck in Kästen und Rabatten schaffen einen schön gestalteten Lebensbereich. Für unser Auge und die Umwelt habe die Gemeindeverwaltung Blühwiesen angelegt, die vielen Insekten Nahrung bieten und zur Artenvielfalt beitragen. Daneben gebe es Vereine und Gemeinschaften, die mit ihren ganzjährig bepflanzten Beeten im Ortskern und Weilerstoffel eine Augenweide schaffen, die wir nicht missen möchten. „Das Gedeihen im Garten, in Rabatten oder auf dem Balkon schenkt dem Gärtner Freude. Er fühlt sich eins mit der Natur und gestaltet selbst ein Stück unserer Welt und Umwelt“, dankte Mager den Gestaltern.
Schultes Michael Rembold griff das Lob auf und dankte für die „kleinen Gartenschauen in den Gärten“ sowie den Landwirten für die Streuobstwiesen. Wieviele Bäume im Gemeindegebiet derzeit unterhalten werden, konnte er genau beziffern: 1.100 Stück verzeichne das Baumkataster des Gemeindebauhofs. „Wird ein Baum alters- oder krankheitsbedingt gefällt, werden drei neue gepflanzt. Denn Bäume sind im Ortskern wichtig“, erklärte Rembold.
Der Kreisobstbaufachberater Franz-Josef Klement lieferte wieder einerseits nackte Zahlen zu den Wetterdaten und hatte andererseits teils schelmische teils kritischer Anmerkungen. So sei das Frühjahr wieder trocken gewesen, hingegen der Juni und Juli wasserreich. „Während der Hitzephasen ist die Trockenheit bei uns kein Problem, da durch die Bodenstruktur eine sehr gute Wasserspeicherung vorliegt. Das Problem ist eher die Staunässe“, so der Referent. Viele Pflanzen würden übergossen. Der unterschiedliche Obstertrag – einige Bäume tragen nichts, andere sind übervoll – sei mit dem Frost im April sowie Temperaturen um 0°C am 7. und 16. Mai zu begründen. Längere Vegetationsphasen machen sich durch den Klimawandel bemerkbar. So lag die Jahresdurchschnittstemperatur 2024 bei 11,3°C, hingegen im Jahr 2005 bei 8,9°C. Ein Dorn im Auge sind Klement die Schottergärten: „Diese erfreuen weder die Natur noch das Herz. Grün statt Steinwüsten um ein Krankenhaus herum fördern die Genesung.“ Und noch einen Hinweis zur jährlichen Gartenpflege ließ er den Anwesenden zukommen: „Jetzt keine Sträucher und Stauden zurückschneiden. Lassen Sie die Ecken im Garten einfach in Ruhe. Das neue Gartenjahr beginnt mit dem Frühling nächstes Jahr. Hingegen Pflegeschnitte an Gehölzen im Hausgarten können das ganz Jahr über vorgenommen werden.“
Sonderehrung
Eine besondere Ehrung wurde Wolfgang Stempfle mit der Verleihung des Goldenen Apfels mit Goldkranz, der höchsten tragbaren Ehrung des LOGL, zuteil. Seit 1994 ist der 1982 in den OGV Eingetretene ein engagiertes und tatkräftiges Mitglied im Beirat. Sowohl der Lehrgarten im Osang, als auch die Vereinshütte und die Ausgestaltung der Stuifenhalle zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins tragen seine Handschrift. Jedes Jahr biete er den Kindern beim Schülerferienprogramm einen abwechslungsreichen Nachmittag und bringe sich zudem beim Bezirksverband im Streuobstzentrum ein.
Bühnenprogramm
Umrahmt wurde das Herbstfest von den mitreißenden Bühnenauftritten des Kindergartens St. Barbara und den Mädels der TSGV-Tanzgruppen Mini Shakers, Mini Movers, Dancing Crew und The next Move unter der Leitung von Lea Straubmüller und Lena Strobel. Für die passende Musik sorgte das Seniorenensemble des Musikvereins Bettringen.
Preisträger
119 Bürgerinnen und Bürger durften wieder für ihren grünen Daumen ausgezeichnet werden. Der 1. Preis mit Auszeichnung wurde mit einem Waldstetter Einkaufsgutschein, einem Gartenkalender sowie einem Alpenveilchen honoriert und ging an Berthold Abele, Hans Burkhardt, Horst Geirhos, Johannes Geirhos, Alfred Hauber, Helmut Herrmann, Elsa Hilbrandt, Ruth Holzner, Norbert Pall, Dieter Reißmüller sowie Hildegard Vogt.
Für den 1. Preis gab es 30 Tulpenzwiebel und ein Alpenveilchen. Diese gingen an Hans Fix, Johann Gross, Eduard Herkommer, Karin Hirner, Georg Huber, Berta Krieger, Josef Menrad, Gabriele Pall, Peter Rainer-Waldenmaier, Luzia Schmid, Nelly Schostok, Adelinde Vogt und Raimund Vogt.
Die 25 Zweitplatzierten erhielten 25 Tulpenzwiebel, während sich die 39 Drittplatzierten über 15 Tulpenzwiebel freuten.















