Bürgerinformation zur "Vollsperrung der L1159 zwischen Rechberg und Straßdorf vom 2. März bis 26. Juni" in der Kaiserberghalle
„Bitte versucht, den Schleichverkehr zu vermeiden, sonst wird der Tannweiler Weg zum Verkehrschaos“

Großen Zulauf erhielt, ob der topografischen Lage der L1159, die Bürgerinformation zur "Vollsperrung der L1159 zwischen Rechberg und Straßdorf ", zu der die Gemeinde Waldstetten und die Ortschaft Rechberg in die Kaiserberghalle eingeladen hatten. Das 2,7 Millionen Euro teure Bauvorhaben des Landes Baden-Württemberg wurde bereits 2023 angestrengt und vom Regierungspräsidium in Stuttgart an das Landratsamt zur Ausführung übertragen. Durch die Rutschungen auf diesem Straßenabschnitt musste bereits 2024 eine neue Stützwand gebaut werden. Nun folgen die Belags- und Kanalarbeiten, die aufgrund der erforderlichen Straßenbreite von 8,50 Meter mit einer halbseitigen Sperrung nicht einhergehen können.
Timo Schneider, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsinfrastruktur beim Landratsamt Ostalbkreis mit Sitz in Ellwangen, sowie sein Kollege und Bauleiter Christian Nagler, der für den Straßen- und Brückenbau verantwortlich ist, erläuterten den zeitlichen und örtlichen Rahmen der Verkehrsumleitung vom 2. März bis voraussichtlich 26. Juni. Die Umleitung zwischen Straßdorf und Wißgoldingen erfolgt für den Kraftfahrzeugverkehr großräumig über Winzingen, Nenningen, Degenfeld, Weiler in den Bergen, Bargau, Schwäbisch Gmünd nach Rechberg. „Die beschränkten Alternativrouten für den Umleitungsverkehr waren die größte Herausforderung, über Degenfeld bieten wir eine sichere und funktionierende Verkehrsverbindung an“, erklärt Schneider. „Um die sieben Schulbusse morgens von Wißgoldingen nach Straßdorf mit Anschlussverbindungen zu allen Schulen im Umkreis mit einem verträglichen Zeitaufwand umzuleiten, darf der ÖPNV die Verbindungsstraße über Tannweiler und Weilerstoffel nach Waldstetten nutzen“, erklärte der Betriebsleiter von Stadtbus Gmünd, Dirk Masanetz. Dafür wird die Linie 4 auseinandergerissen und startet etwa eine Viertelstunde früher in Wißgoldingen. Insgesamt seien es 25 Busbewegungen täglich von Waldstetten nach Wißgoldingen, weshalb ein zusätzlicher Kfz-Verkehr nicht möglich sei. „Drei bis vier Haarnadelkurven plus mehrere Kuppen benötigen eine einspurige Fahrbahn“, begründete Schultes Michael Rembold diese Maßnahme. Ansonsten bestehe Gefahr für die Passagiere, wenn Busse aufs Bankett oder in die Wiese ausweichen müssten und ins Rutschen kommen. Aber es gebe einen „systemrelevanten Verkehrsteilnehmerkreis“, der eine Genehmigung für die Strecke bekomme. Das seien beispielsweise die Blaulichtorganisationen sowie, aufgrund ihrer engen Einsatz- und Stundenpläne, die Sozialstationen und Pädagogen der Gemeinschaftsschule, die sowohl in Waldstetten als auch Wißgoldingen unterrichten. Ebenso Ortsgeistliche. Sein Appell ging daher an alle motorisierten Verkehrsteilnehmer: „Bitte versucht, den Schleichverkehr zu vermeiden, sonst wird der Tannweiler Weg zum Verkehrschaos. Die Sicherheit des Verkehrs wäre damit gefährdet.“
Fragen und Hinweise
Erwartungsgemäß kamen zu den Umleitungsstrecken Fragen und berechtigte Hinweise auf. So wies Dr. Gerhard Dietze darauf hin, dass die Einsatzzeiten der Rettungs- und Notarztwagen eingehalten werden müssen, und bat um Kontaktaufnahme mit der Notfallzentrale in Süßen, damit von dort Notfälle in Wißgoldingen und Rechberg übernommen werden. Die Wißgoldinger Ärztin Nicole Schaible bat ergänzend darum, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116 117 auf Göppingen umzuleiten. Auf die Rückfrage eines Rechberger Bürgers, wie es diesbezüglich bei der Feuerwehr sei, informierte Waldstettens Bauamtsleiterin Maren Zengerle, dass die Leitstellen informiert seien. Ein weiterer Bürger hinterfragte, ob es nicht möglich wäre, den ÖPNV statt mit Linienbussen mit Kleinbussen zu bewältigen. Dem musste Masanetz ebenfalls eine Absage erteilen, weil schlichtweg – auch wenn Busse angemietet werden - nicht genügend Fahrer zur Verfügung stehen würden. Eine Freigabe der Sperrung außerhalb der Busfahrzeiten, was einige Bürger erfragten, verneinte Timo Schneider aufgrund von Erfahrungswerten. Auch Schultes Rembold lehnte dies ab, da die Verwaltung genug Baustellenerfahrung mit dem Rathausbau gesammelt hat und weiß, dass diese Zeitfenster nicht eingehalten werden.
Zusätzliche Bushaltestellen zwischen Waldstetten und Wißgoldingen
Um den ÖPNV während der Bauphase auch für Pendler und Berufstätige attraktiv zu machen, wird Stadtbus Gmünd zusätzliche Bushaltestellen in Weilerstoffel und am Schwarzhornparkplatz einrichten. Die dafür geltenden Busfahrpläne werden auf den gemeindeeigenen Medien zeitnah veröffentlicht.
Verkehr nach Weilerstoffel
Die Straßensperrung von Waldstetten nach Tannweiler ist wie folgt: Bis Weilerstoffel ist der Verkehr für Verkehrsteilnehmer frei, zwischen Weilerstoffel und Tannweiler hingegen dürfen nur Anlieger verkehren. Lastkraftwagen - außer Zulieferer und GOA-Fahrzeuge - wird die Durchfahrt bereits am Freibad verweigert.

