Waldstetten (Druckversion)
Autor: Frau Herkommer
Artikel vom 16.02.2021

Baumpflegearbeiten unterhalb des Kirchberges zum Waldstetter Bach - Stand 16. Februar 2021

Die Verkehrssicherheit steht an erster Stelle

„Wir stellen ein zunehmendes Interesse der Bürgerschaft an Baumpflegemaßnahmen fest“, begründete Schultes Michael Rembold den Pressetermin am Montagnachmittag beim Malzéviller Platz. Dies bestätigten auch die beiden Bauhofmitarbeiter Joachim Feifel und Benjamin Peischl, die ihrerseits von aufmerksamen Bürgern beispielsweise besorgt auf Markierungen an Bäumen angesprochen werden. „Die gelben Punkte heißen nicht, dass die Bäume gefällt werden“, beruhigen die beiden Fachleute, es ist vielmehr für sie die Bestätigung, welcher Baum bereits in ihrem Kataster erfasst und geprüft wurde. Durch ihre langjährigen Erfahrungen im Baum- und Grünpflegebereich könnten Feifel und Peischl sehr gut beurteilen, ob Bäume kritisch seien oder erhalten bleiben. „Wird einer leider mit der untersten der vier Qualitätsstufen beurteilt, gibt es keinen Eingriff ohne gutachterliche Stellungnahme beziehungsweise einen Vor-Ort-Termin mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt“, erklärt der Bürgermeister. Denn im Vordergrund stehe stets die Verkehrssicherheit. So wie aktuell an dem Trampelpfad unterhalb des Kirchberges zum Waldstetter Bach hin, den viele Kinder sowohl als Abkürzung von der Schule nehmen als auch zum Spielen.
Fünf Bäume fielen den beiden bei ihrer routinemäßigen Überprüfung nun auf. Bei einer direkt am Trampelpfad stehenden Schwarzen Erle, die „durch den Konkurrenzdruck der dicht umstehenden Bäume eine lange und schlichte Krone ausgebildet hatte“ und am Stamm in etwa 2 Metern Höhe ein Spechtloch aufweist, muss „zur Herstellung der Verkehrssicherheit eine Einkürzung der Krone etwa 3 Meter oberhalb des untersten Starkastes erfolgen“, so das Gutachten des Baumsachverständigenbüros. Dies wird Peischl, der eine Ausbildung zum Baumsteiger hat, selbst vornehmen. Zwei daneben stehende Bäume werden zudem im oberen Bereich zusammengebunden. Schlechter sieht es jedoch für eine über 70 Jahre alte Esche direkt am Bach aus. Diese ist gleich von zwei Pilzen befallen. Jener, der das Eschentriebsterben verursacht, hat sie so stark geschädigt, dass die Esche gefällt werden muss. Das Problem bei dem verursachenden Pilz ist, dass er mutiert und somit alle 70, in Deutschland wachsenden Eschenarten, individuell betroffen sein können.
„Etwa 1000 Bäume stehen auf dem Gemeindegebiet, die alle in unserem Baumkataster mit einer Nummer eingetragen sind“, erklärt Feifel mithilfe eines Tablets, das die beiden Männer stets mit sich führen bei ihrer Baumpflegearbeit. Egal, ob Buche, Eiche, Esche, Erle – alle sind erfasst mit Größe sowie Alter und jede Kontrolle wird dort detailliert eingetragen. „Und kann dann jeweils im Computer aufgerufen und ausgedruckt werden“, ergänzt Ortsbaumeisterin Maren Zengerle die akribische Arbeit ihrer Mitarbeiter.

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