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Autor: Frau Herkommer
Artikel vom 17.11.2021

Volkstrauertag 2021: Auch 76 Jahre nach Kriegsende darf das Erinnern nicht aufhören

Jeder Tag ist ein Festtag. Das Leben ist so kostbar

Mit einem ergreifenden Vortrag über das Schicksal von vier Jugendlichen, die von Nationalsozialisten in Konzentrationslager verschleppt wurden, haben vier Zehntklässler der Franz von Assisi-Schule an die Lebensgeschichte von Millionen Familien im Zweiten Weltkrieg erinnert. Jeweils in einem Dialog ließen Jacob Wetzel und Kai Grüner die Erlebnisse von Stephen Nasser, einem 13-jährigen jüdischen Jungen und seinem Bruder aus Budapest sowie Jack Repp, der als 15-Jähriger aus Polen deportiert wurde, aufleben. Nora Kaufmann und Felicitas Müller beleuchteten die Lebensgeschichte des 16-jährigen Halbwaisen Henk van de Water aus den Niederlanden. Während Nasser seine Erlebnisse und den Tod seines Bruders in einem Tagebuch festhielt und so an die Gräuel erinnert, berichten der in die USA emigrierte Repp und van de Water auch heute noch regelmäßig als Zeitzeugen von ihren Erfahrungen. Dabei betont der Niederländer bei seinen Vorträgen in den Schulen stets: „Jeder Tag ist ein Festtag. Das Leben ist so kostbar.“ Mit Gitarre und Gesang der Ballade „Imagine“ von John Lennon umrahmte deren Lehrer Markus Weber den Vortrag.

In Anbetracht der derzeitigen pandemischen Situation schlug Schultes Michael Rembold in seiner Rede in der Aussegnungshalle den Bogen und appellierte an die Vernunft und Rücksichtnahme eines jeden, sich impfen zu lassen. Denn nur gemeinsam können wir gegen Corona und das damit in viele Familien kommende Leid kämpfen. Zudem erinnerte der Bürgermeister daran, dass der Volkstrauertag der große Mahner für Frieden, Freiheit und vor allem Versöhnung wäre.

Neben den Programmgestaltern hatten sich die Kolpingjugend und der Jugendbeirat auf dem Friedhof eingefunden und jeweils mit einer Abordnung den Fahnen- und Standartenträgern der Feuerwehr, des Schützenvereins, des Liederkranzes, des Schwäbischen Albvereins und der Kolpingfamilie angeschlossen. Zudem sprach Tim Reißmüller vom Jugendbeirat am Ehrenmal eine Fürbitte, während Nora Kaufmann und Felicitas Müller das Gedicht „Nicht aus der Kindheit“ von Julia Drunina zitierten. Umrahmt wurde die Feierstunde in der Aussegnungshalle vom Männerchor des Liederkranzes Waldstetten sowie auf dem Weg zum Ehrenmal und bei der Kranzniederlegung durch das Blechbläserensemble des Waldstetter Musikvereins.

In Wißgoldingen fand die Gedenkfeier zum Volkstrauertag im Anschluss an den Hauptgottesdienst in der katholischen Kirche St. Johannes Baptist statt. Zelebrant war Pfarrer Andreas Braun, die Ansprache zum Volkstrauertag oblag Ortsvorsteherin Monika Schneider. Umrahmt wurde die Feierstunde von Stefan Feifel an der Orgel, Constanze Scheel mit der Querflöte sowie dem Kirchenchor Wißgoldingen unter der Leitung von Konrad Sorg. Zur Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal spielte der Musikverein Harmonie Wißgoldingen.

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